Ikonen der Eleganz im Modern-Classic-Segment: Die Zweizylinder aus Hinckley waren Königinnen des Offroads und treue Begleiter zeitloser Legenden.
Triumph ist mit der Scrambler 1200 und der Teilnahme an der Mexican 1000 2019 – der legendären Rallye durch die Baja California in Mexiko – zurück in den Wüstensand gekehrt. Eine Rückkehr zu den Ursprüngen, denn nur wenige wissen, dass Triumph jahrelang eine wahre Enduro-Dominatorin war und Fahrer zu Erfolgen führte, die zu Legenden des Motorradsports wurden. Aber der Reihe nach.
Triumph: Unangefochtene Herrscherin der Enduro

Die Nachkriegszeit und die Geburt der Trophy
Die Geschichte beginnt 1948, als Triumph drei spezielle Exemplare der TR5 für die Teilnahme an der International Six Days of Enduro vorbereitet – den Olympischen Spielen des Offroad-Motorradsports, die in jenem Jahr in Sanremo stattfanden. Das Ergebnis ist sensationell: drei Goldmedaillen, eine in jeder Kategorie, und der Herstellertitel.
Eine Dominanz, die über Jahre anhält und das Werk in Hinckley dazu bewegt, straßentaugliche Versionen nach dem Vorbild der Rennmotorräder zu bauen: So entstehen die Trophy-Modelle. Hochgelegter Zwei-in-Eins-Auspuff, verstärkte Federung und hohes Vorderradschutzblech werden zu den Markenzeichen der TR5 Trophy, die bis in die 1970er Jahre produziert wurde.
Die Trophy werden schnell auch außerhalb des Rennsports zu Ikonen: Sie sind das Lieblingsmotorrad von James Dean und ein fester Bestandteil der amerikanischen Popkultur.

Triumph und Hollywood
Die Verbindung zu Hollywood stärkt Triumphs Identität in den USA. Genau dort entscheidet einer der einflussreichsten Händler Amerikas, auf ein junges Offroad-Talent zu setzen, das zur Legende werden sollte: Bud Ekins.
Erfolge Made in U.S.A.
Bill Johnson, Inhaber des Triumph-Händlers in Hollywood, stellt Ekins eine TR5 Trophy zur Verfügung. Der Fahrer zahlt das Vertrauen sofort zurück und gewinnt das Catalina Grand Prix, eines der legendärsten Offroad-Rennen Amerikas.
Von da an reiht sich Erfolg an Erfolg: Ekins wird der bekannteste Offroad-Fahrer Amerikas, holt das Podium beim berüchtigten Big Bear Motorcycle Run und macht Triumph zur Referenzmarke in der kalifornischen Wüste.
Bud Ekins: der berühmteste Offroad-Fahrer Amerikas
Das Motorrad der Stars
Die Niederlassung von Bud Ekins in North Hollywood wird schnell zum Treffpunkt der Filmstars. Paul Newman, Clint Eastwood und vor allem Steve McQueen sind fasziniert von den Motorrädern aus Hinckley.
Zwischen McQueen und Ekins entsteht eine enge Freundschaft: Der “King of Cool” nähert sich immer mehr dem Offroad-Rennsport, nimmt an Rennen teil (oft unter Pseudonym) und verbessert schnell seine Fahrkünste.

Der große Sprung
1962, während der Dreharbeiten zu “Gesprengte Ketten”, entsteht eine der berühmtesten Stunt-Szenen der Filmgeschichte: der Zaunsprung.
Das Motorrad, für den Film als BMW getarnt, ist in Wirklichkeit eine Triumph TR6 Trophy. Den Sprung führt nicht McQueen aus, sondern Bud Ekins, der Einzige, der eine technische Leistung dieser Art vollbringen kann.
Die Rückkehr zur ISDE
Im Jahr 1964 nimmt Bud Ekins die Einladung an, die USA bei den International Six Days of Enduro in der DDR zu vertreten und kann auch Steve McQueen dafür begeistern.
Trotz des Kalten Krieges reist McQueen gemeinsam mit Dave Ekins, Johnny Steen und Cliff Coleman, alle auf Triumph TR5 und TR6 Trophy, an. Sie gewinnen zwar nicht, gehen aber endgültig in die Enduro-Legende ein.
Lust auf Wüste?
Wenn euch diese Geschichte Lust gemacht hat, bei jeder Ausfahrt Staub und Steine aufzuwirbeln, dann dürft ihr unseren Artikel “Wie baue ich eine Scrambler” nicht verpassen. Und wenn Do-it-yourself nicht eure Stärke ist... sehen wir uns in der Werkstatt!